Es gibt diese Sonntage, an denen einfach alles nach einem kleinen Ausflug ruft. Genau so ein Tag war es bei uns: kühl, aber sonnig – mit klarer Luft und richtig schönem Frühlingsgefühl. Nachdem wir in einem früheren Beitrag bereits über unsere Eindrücke vom Hotel Holunderhof in Österreich berichtet haben, zog es uns diesmal nach Mitteldeutschland.
Unser Ziel war Sophienhof im Harz, wo wir zunächst das Wochenend-Buffet im Braugasthof Brauner Hirsch ausprobiert und den Tag anschließend mit einer Wanderung zum Stierbergsteich abgerundet haben.
Schon bei der Ankunft hat uns Sophienhof gefallen. Der Ort wirkt klein, gepflegt und angenehm ruhig. Gerade dadurch ist er für uns ein schöner Ausgangspunkt für einen entspannten Harz-Ausflug.
Quelle: openstreetmap.org
Ankommen, Parken und erster Eindruck: Ohne Reservierung würden wir es nicht riskieren
Wir waren an einem Sonntagmittag dort und hatten vorsorglich einen Tisch reserviert. Ehrlich gesagt sind wir vorher noch davon ausgegangen, dass das wahrscheinlich gar nicht nötig sein würde. Vor Ort war dann aber schnell klar: Doch, Reservieren ist hier absolut sinnvoll.
Der Braugasthof Brauner Hirsch in Sophienhof war bei unserem Besuch unglaublich voll. Obwohl das Haus wirklich groß, weitläufig und in verschiedene Bereiche aufgeteilt ist, strömten immer mehr Menschen hinein. Man merkte sofort, dass das Buffet sehr gefragt ist.
Direkt am Gasthaus gibt es einen großen Parkplatz, der bei uns allerdings bereits komplett belegt war. Wir haben dann kostenfrei an der Straße geparkt, was problemlos möglich war.
Unser ehrlicher Eindruck vom Buffet im Braunen Hirsch Sophienhof
Wer hier einkehrt, bekommt erst einmal vor allem eines: eine sehr große Auswahl. Das Buffet war bei unserem Besuch auf zwei Räume verteilt. Im großzügigen Gastraum mit Tresen befanden sich die Süßspeisen, Obstplatten und ein sehr umfangreiches Salatbuffet. Im Nebenraum standen die Hauptspeisen.
Schon der erste Eindruck war also: reichhaltig, groß aufgezogen und auf viele Gäste ausgelegt. Zur Auswahl standen unter anderem Hirschbraten, Kassler, Hähnchen, Geschnetzeltes, Wildgulasch, Lachsfilet, Möhren-Ingwer-Suppe, verschiedene Gemüse und klassische Beilagen wie Klöße und Bratkartoffeln. Besonders schön fanden wir, dass in einem der Räume sogar fortlaufend frische, dicke Waffeln gebacken und appetitlich angerichtet wurden.
Preislich fanden wir das Buffet zunächst absolut fair. Das Mittagsbuffet kostete 23,90 Euro, das Freitagabend-Buffet 26,90 Euro. Die Getränkepreise waren aus unserer Sicht üblich bis sogar eher günstig: 0,5 l Pils 3,90 Euro, Weißweinschorle 5,10 Euro. Letztere war übrigens wirklich lecker und angenehm kräftig, also keineswegs verwässert.
Positiv war außerdem, dass der gesamte Bereich grundsätzlich sehr sauber und gepflegt wirkte. Das galt auch für die modernen und geräumigen Toiletten. Umso unangenehmer war allerdings, dass drei von vier Gläsern, aus denen wir getrunken haben, nicht sauber waren, eines davon sogar außen sichtbar dreckig. Das war für uns leider ein klarer Minuspunkt – wenngleich er vom Personal, so wir es denn mal „zu fassen“ bekommen haben, umgehend behoben wurde.
Was uns wirklich gut gefallen hat
Am meisten überzeugt hat uns das Salatbuffet. Das war abwechslungsreich, frisch und appetitlich angerichtet. Besonders lecker fanden wir den Linsensalat und den Bohnensalat. Beides schmeckte für uns wirklich deutlich nach selbstgemacht.
Auch das Dessertangebot machte optisch einiges her. Die Obstplatten sahen ansprechend aus, und die frischen Waffeln waren ein schöner Pluspunkt, weil dadurch trotz des hohen Andrangs etwas Frisches direkt vor Ort entstand.
Ein echtes Highlight war für uns das Lachsfilet. Es lag auf einem Bett aus Kraut, Zwiebeln und Karotten, war zart, saftig und geschmacklich richtig gelungen. Umso bedauerlicher fanden wir es, dass der Lachs bereits etwa 1,5 Stunden vor Buffet-Ende angeblich „nicht mehr verfügbar“ war und stattdessen preiswerter Backfisch nachgelegt wurde… Gerade weil der Lachs für uns zu den besten Gerichten des gesamten Buffets gehörte, hinterließ diese Tatsache bei uns einen ganz besonders schalen Beigeschmack…🤨
Wo das Buffet für unseren Geschmack schwächer war
Und genau hier trennt sich vermutlich ein wenig die Wahrnehmung. Der große Zulauf zeigt ganz klar, dass das Konzept bei vielen Gästen sehr gut ankommt. Für unseren persönlichen Geschmack war das Essen insgesamt aber zu deftig und zu schwer.
Was uns besonders auffiel: Sehr vieles war angedickt, paniert oder stark mit Sauce, Speck oder Schinken kombiniert. Wir essen gern Gemüse, aber wenn selbst Möhren, Erbsen oder Rosenkohl eher überdeckt als für sich stehen, ist uns das einfach zu massiv.
Der Grünkohl schmeckte für unser Empfinden kaum noch nach Grünkohl, sondern fast nur noch nach Fleisch. Das Rotkraut war uns etwas zu süß und gleichzeitig zu wenig würzig, die Möhren ebenfalls eher auf der süßlichen Seite. Auch beim Fleisch lag vieles in kräftigen Saucen, und der Hirschbraten war bei unserem Besuch recht zäh.
Etwas überraschend fanden wir auch, dass es Hähnchen nur in Form von Chicken Wings gab. Das ist sicher Geschmackssache, passte für uns aber nicht ganz zu dem, was wir uns unter einem klassischen Sonntagsbuffet vorgestellt hatten.
Unser Fazit zum Essen fällt deshalb gemischt aus: viel Auswahl, fairer Preis, gute deutsche Küche und einige wirklich leckere Bestandteile – aber eben auch sehr schwer, sehr deftig und stellenweise geschmacklich nicht ganz unser Fall. Wer herzhafte, klassische deutsche Buffetküche liebt, wird hier wahrscheinlich glücklicher als jemand, der es lieber frischer und leichter mag.
Service und Atmosphäre: freundlich, aber spürbar unter Druck
Auch der Service gehört für uns zu einem ehrlichen Eindruck dazu. Unser Gefühl war: bemüht freundlich, aber eben auch deutlich gestresst. Das war bei dem enormen Andrang zwar nachvollziehbar, hat die Atmosphäre aber natürlich mitgeprägt. Man merkte einfach, dass im Haus an diesem Mittag sehr viel los war.
Das muss nicht automatisch gegen einen Besuch sprechen, aber es ist aus unserer Sicht schon etwas, das man vorab wissen sollte. Wer eine ganz ruhige, entspannte Restaurantatmosphäre sucht, sollte sich dessen bewusst sein, und davon ausgehen, dass es an den Buffetzeiten offenbar immer ziemlich voll und entsprechend turbulent werden kann.
Wandern rund um Sophienhof: Die Stierbergsteich-Runde hat den Ausflug für uns komplett gemacht
Nach dem Essen sind wir noch die Runde „Stierbergsteich (HWN 048) Runde von Sophienhof“ aus der Komoot-App gelaufen. Das war im Nachhinein genau die richtige Entscheidung, denn diese Wanderung hat den Tag für uns eigentlich erst richtig rund gemacht.
Wir sind zügige Wanderer und waren knapp zwei Stunden unterwegs. Das Wetter war kühl, aber sonnig – also genau so, wie man sich einen schönen Frühlingstag im Harz wünscht. Auf den Wegen kamen uns einige andere Wanderer entgegen, darunter auch Familien mit kleinen Kindern. Gerade das fanden wir schön, weil es zeigt, dass die Runde nicht nur landschaftlich reizvoll ist, sondern sich auch für einen entspannten Ausflug eignet.
Und landschaftlich hat uns die Tour wirklich gut gefallen. Es ließ sich wunderbar laufen, die Wege waren angenehm, die Umgebung offen und abwechslungsreich, und es gab immer wieder tolle Weitblicke. 🤩 Der Stierbergsteich selbst war für uns dann ganz klar der schönste Punkt der Runde: ruhig gelegen, fotogen und einfach ein richtig schöner Ort für eine kleine Pause. Als Ziel nach einem eher deftigen Mittagessen war das genau das, was wir gebraucht haben.
Unser Fazit zum Braunen Hirsch in Sophienhof
Der Braune Hirsch Sophienhof ist für uns ein Ort, den man am besten als Ausflugsziel mit klarer kulinarischer Ausrichtung versteht. Das Haus ist groß, gefragt und offensichtlich bei vielen Gästen beliebt. Das Buffet bietet viel Auswahl, ist preislich fair und hat mit dem Salatbuffet, den frischen Waffeln und dem Lachsfilet durchaus starke Seiten.
Gleichzeitig war unser persönlicher Eindruck beim Essen nicht durchgehend positiv. Ein Teil der Speisen war uns zu schwer, zu saucenlastig und insgesamt zu deftig. Hinzu kamen die unschönen Gläser, die den Gesamteindruck etwas getrübt haben.
Trotzdem würden wir sagen: Für Fans deftiger, herzhafter deutscher Küche, für Familien und auch für Wanderer, die ihren Ausflug mit einer Einkehr verbinden möchten, kann der Braune Hirsch in Sophienhof gut passen. Wer solche regional geprägten, sättigenden Gerichte mag, findet vielleicht auch unseren Beitrag über den Harzer Schnitzelkönig interessant. Besonders schön wird der Tag aus unserer Sicht dann, wenn man es genauso macht wie wir und nach dem Essen noch einmal loszieht. Denn die Stierbergsteich-Runde hat für uns gezeigt, wie reizvoll Sophienhof als Ausgangspunkt für einen kleinen Harz-Ausflug wirklich ist.
Stierbergsteich
Was viele auf den ersten Blick gar nicht vermuten: Der Stierbergsteich ist kein natürlicher See, sondern wurde früher von Menschenhand für den Bergbau angelegt. Heute erinnert er still und fast unscheinbar an die bergbauliche Vergangenheit des Harzes. Zwischen Rothesütte und Sophienhof gelegen, ist er inzwischen vor allem ein schönes Ziel für alle, die beim Wandern Ruhe, Wald und ein Stück Harzer Geschichte miteinander verbinden möchten.
Quelle: openstreetmap.org
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